Die Schweiz. Bischofskonferenz (SBK) wie der Schweiz. Evang. Kirchenbund (SEK) kümmern sich seit Jahrzehnten auf der nationalen wie auf den kantonalen Ebenen um den Tourismus.

Beide haben entsprechende Kommissionen eingesetzt mit dem Ziel, sich um die Bedürfnisse der Gäste zu kümmern. Diese sollen den Geistlichen wie auch den Laien, die sich in den Kirchen engagieren, Hilfe und Ratgeber sein in dieser für viele fremden Arbeit. Auch soll das Bewusstsein gefördert werden, dass neben den eigenen Pfarreiangehörigen auch Fremde Anspruch auf eine Mitberücksichtigung / Mitbetreuung haben.

Für uns Katholiken gibt es seit über 50 Jahren weltweit den «Internationalen Päpstlichen Rat für die Migration und die Menschen unterwegs», in welchen der Tourismus integriert ist. Dieser hat ein eigenes Sekretariat im Vatikan, welcher periodisch Weltkongresse zu gewissen Grundsatzthemen durchführt. 

Auf der nationalen Ebene wirkt sei 1990 die Kommission «Tourismus-, Freizeit- und Pilgerseelsorge» als Nachfolgeorganisation der 1977 gegründeten Kakit (Kath. Kirche im Tourismus), welcher viele Persönlichkeiten aus dem Tourismus angehörten (National- und Ständeräte, Direktoren der Schweiz. Verkehrszentrale, des Hoteliervereins, der Reisepost ect).   

Ein besonderes, wichtiges Anliegen ist, dass die Gäste mit offenen Armen empfangen werden, die Türen zu Kirche und Pfarrhaus immer offen stehen für Menschen, die Sorgen drücken, ein persönliches Gespräch mit einem Geistlichen suchen, um Lebensfragen zu besprechen. In Not- und/oder Todesfällen während eines Urlaubes kann die Kirche wichtige Ansprechstation für Betroffene sein. 

Ein spirituelles Angebot auch ausserhalb der Kirchenmauern ist erwünscht So markieren wir Präsenz an grossen Sportanlässen mit einem ökumenischen Eröffnungsgottesdienst, einem Raum der Stille und der Meditation im hektischen Betrieb für Athleten, Funktionäre und Zuschauer. Unsere Präsenz an der Fussball-Europameisterschaft 2008 in der Schweiz und Oesterreich, aber auch der Skiweltmeisterschaft 2017 in St. Moritz hat Aufsehen und positive Reaktionen ausgelöst. Die Kirche geht aktiv auf die Menschen zu anstatt passiv zu warten, bis sich jemand bei ihr meldet.

Die Angebote der Kirche sollen gut publik gemacht werden und Gottesdienste wenn möglich auch ein wenig in der Sprache ausländischer Gäste stattfinden, sei es auch nur mit einem Gruss- und Dankeswort.

Was im Geschäftsleben üblich ist, nämlich eine  Kundenbefragungen zu Wünschen und Bedürfnissen, hat in dieser Art und Weise nach unserem Wissen in der Kath. Kirche bis jetzt noch nie stattgefunden. Im Kanton Graubünden selbst hat die Arbeitsgruppe in Zusammenarbeit mit der Hochschule für Technik und Wirtschaft in Chur an Ostern 2015 eine Gästebefragung in Laax und Lenzerheide – Valbella gemacht. 500 Personen im Skigebiet wurden befrage, was sie als Touristen von einer Kirche erwarten. Erfreulicherweise haben sich viele Menschen die Zeit genommen, an unserer Umfrage teilzunehmen. Die Auswertung hat ergeben, dass Gottesdienste in der freien Natur, kulturelle Anlässe und feierliche Gottes-dienst an hohen Festtagen wie Weihnachten und Ostern die Wunschliste anführen. Solche Resultate versuchen wir den Pfarrherren zu vermitteln, damit sie umgesetzt werden können.

Zum Thema «Gelebte Gastfreundschaft» haben wir zusammen mit der Theologischen Hochschule, dem Bündner Hotelierverein und Gastro Graubünden sowie den örtlichen Tourismusorganisationen am 10. Juni 2016 eine ökumenische Tagung organisiert, um möglichst viele Partner für die Gästebetreuung zu sensibiliseren. 

Kontaktstelle
Kommission für Tourismus-, Freizeit- und Pilgerseelsorge Graubünden
Präsident René Hefti, 7077 Valbella
c/o Kantonaler Seelsorgerat Graubünden 
Welschdörfli 2  
7000 Chur
ksr@gr.kath.ch
079 786 19 55